Die in den Werbeaussagen verwendeten Werbeslogans, die besagen, man "
könne 60% der Energie für die Warmwasserbereitung mit einer Solaranlage decken" verschweigen, daß sich diese Werbeaussagen nur auf den erwähnten 13,11% Anteil am Gesamtheizenergiebedarf beziehen und somit nur eine effektive Heizenergiekostenersparnis von 7,86% solar erwirtschaftet wird (60% von 13,11% = 7,86%). Mit anderen, klareren Worten:
Die Heizkostenabrechnung vermindert sich bei Einsatz einer thermischen Solaranlage zur Trinkwassererwärmung lediglich um ca. 7,86%, (und nicht um 60%). Das bedeutet eine Energieersparnis von ca. 2.000 Kilowattstunden, bzw. 60 bis 80 Euro jährliche Energiekostenersparnis gemäss TEST 4/2002 von STIFTUNG WARENTEST, siehe
WDR-Sendung vom 26.11.2003. Der Grossteil der Heizenergie wird für die Erwärmung des Raumheizungswassers benötigt. Um ergänzend den Raumheizungswärmebedarf mit einem Solarkollektor in Ansätzen zu substituieren, benötigt man ca. das 2- bis 3-fache an Kollektorfläche des sonst üblichen Solarkollektors zur Trinkwassererwärmung, was somit entsprechend höhere Investitionskosten bei der Anschaffung erfordert. Ein Solarkollektor zur Trinkwassererwärmung kostet ca. 4.000 bis 5.000 Euro inkl. Montage, siehe
Solarkritik07 und auch
Solarkritik11. Bei optimaler Installation dieses sog. "Kombi-Solarkollektors" mit entsprechend größerer Kollektorfläche, der auch das Raumheizungswasser erwärmen soll, können ca. 3.500 Kilowattstunden Heizenergie bzw. nutzbare Wärme eingespart werden, was ca. 20%-30% Einsparung am jährlichen Heizenergiebedarf bedeuten könnte, aber nur, wenn es sich außerdem um ein Niedrigenergiehaus mit entsprechend geringen Gesamt-Heizwärmebedarf handelt. Hinweise, die behaupten, dass sich die Effizienz von thermischen Solaranlagen bei Niedrigenergiehäusern bzw. gutgedämmten Häusern erhöhen würde sind irreführend und falsch: Die absolute Effizienz in Kilowattstunden einer thermischen Solaranlage erhöht sich durch eine erhöhte Hausdämmung nicht, siehe
Solarkritik03. Es erhöht sich lediglich der prozentuale Anteil der Trinkwassererwärmung am Gesamtheizenergiebedarf, wodurch sich nur der prozentuale Anteil der solaren Ersparnis positiv verändert. Der absolute solare Ertrag bleibt bei ca. 2.000 kWh bei einem 6-qm-Solarkollektor oder 3.500 kWh bis max. ca. 5.500 kWh Nutzwärme bei einem 30qm-Solarkollektor. Die 2. Abbildung aus www.umweltheizung.de dokumentiert, auf welch niedrigen Niveau des Heizwärmebedarfs sich die solare Trinkwassererwärmung (fälschlicherweise in der informativen Grafik der Abb. 2 als "Warmwasserbedarf" bezeichnet) bewegt. Größere Kollektoren von 25m², die eine solare Raumheizungsunterstützung gewährleisten, erzeugen zwar mehr Energie, allerdings produzieren diese auch einen sehr grossen Wärmeüberschuss im Sommer, der nicht genutzt werden kann, da im Sommer kein Heizbedarf vorhanden ist. Schauen Sie sich auch
diese Grafik an. Machen Sie sich auch bewusst, dass ein großer Solarkollektor von 25qm-30qm Kollektorfläche einen geringeren Ertrag an Nutzwärme pro qm-Solarkollektorfläche liefert, als ein kleiner Solarkollektor von 4qm-6qm - Kollektorfläche. Ein Hausbesitzer, der sich für eine thermische Solaranlage entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass ein mehrwöchiger externer Sommerurlaub dafür sorgt, dass der jährlichbeste solare Energieertrag im Sommer nicht genutzt werden kann und sich dann seine Heizkostenabrechnung durch seine Solaranlage noch weniger verringert. Weitere Infos mit
umfangreichen Erfahrungen und "
Tipps und Tricks" für den Einsatz von thermischen Solaranlagen findet man hier auf diesen Webseiten von
www.solarkritik.de