14 Jul 2010 |
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In der Ausgabe von ÖKOTEST "Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren" vom 10.04.2007 wird die Unwirtschaftlichkeit von thermischen Solaranlagen auf Basis von konkreten Rechenbeispielen dokumentiert, ohne daß die Unwirtschaftlichkeit von thermischen Solaranlagen allerdings konkret erwähnt wird.SOLARKRITIK.DE hat auf den drei Seiten dieser ÖKOTEST-Ausgabe die wichtigen Stellen mit farbigen Kästchen markiert. ÖKOTEST unterscheidet bei der Wirtschaftlichkeitsdarstellung von Heizungsanlagen außerdem zwischen Heizungsanlageninvestitionen in einem NEUBAU und in einem ALTBAU. Insgesamt werden von ÖKOTEST 6 Arten von Heizungsanlagen dargestellt, wobei für SOLARKRITIK.DE nur zwei Arten interessant sind. 1. Die Gas-Brennwerttherme und 2. Die Gas-Brennwerttherme + Solarkollektoren. Eine Differenzbetrachtung dieser beiden Heizungsanlagenarten ergibt zwangläufig die durch die Solarkollektoren erzielten Werte. Im Neubau: Investition Solarkollektoren = 6.200 Euro (14.400 Euro ./. 8.200 Euro) Energiekostenertrag im Jahr durch Solarkollektoren = 302 Euro (598 Euro ./. 900 Euro) Wärmekostenerhöhung im Jahr durch Solarkollektoren = 245 Euro (1.936 Euro ./. 1.691 Euro) Die spezifischen Wärmekosten erhöhen sich also durch Solarkollektoren, weil die Investitionskosten für die Solarkollektoren in Form von Abschreibung und Zinsen korrekterweise betriebswirtschaftlich hinzuaddiert werden. Errechnet man die "reine" Amortisationszeit der Investition (6.200 Euro) zum Ertrag (302 Euro) ergibt sich eine Amortisationszeit von 20,52 Jahren. Allerdings weist SOLARKRITIK.DE darauf hin, daß mit einer Solar-Investition von lediglich 6.200 Euro keine 302 Euro Solarertrag zu erzielen ist. Denn bei einem Gaspreis von 7 Cent würden 302 Euro = ca. 4.314 kWh Gaseeinsparung bedeuten, die aber mit einer Solarkollektoranlage für 6.200 Euro nicht zu erzielen ist. Die Solarinvestition müsste ca. um das doppelte höher ausfallen, um 302 Euro Solarertrag im Jahr zu erzielen, und dann bekommt die Solar-Investition eine Amortisationszeit von über 40 Jahren. Beim "Neubau" leistet sich ÖKOTEST auch einen seltsamen Widerspruch. So schreibt ÖKOTEST auf Seite 90 oben: "Je teuerer und umkämpfter die traditionellen fossilen Energien werden, desto wirtschaftlicher werden die Alternativen." Diese Sichtweise ist jedem bekannt und auch nachvollziehbar. Aus diesem Grund beabsichtigen ja viele Bürger den Kauf von thermischen Solaranlagen. Allerdings schreibt ÖKOTEST auf Seite 91 über eine"Gas-Therme mit Solarkollektoren" dann folgendes: "Kombiniert man eine Gas-Therme mit Solarkollektoren, kann die Sonnenenergie nicht nur das Brauchwasser (Anm.: gemeint ist Trinkwasser) erwärmen, sondern die Therme auch bei der Raumheizung unterstützen. Dadurch lässt sich einiges an Gas einsparen, aber nicht genug um die Anlage wirtschaftlich konkurrenzfähig zu machen. Dafür ist der Gaspreis einfach zu hoch und die Investition für die zusätzlichen Kollektoren zu groß." Wussten Sie das und ist Ihnen das bewusst ?? Also es wird von ÖKOTEST behauptet: Weil der Gaspreis mit 7 Cent pro kWh zu hoch ist, rechnet sich eine thermische Solaranlage nicht...???!! Je höher also der Gaspreis steigt, desto weniger rechnet sich eine thermische Solaranlage für den Betreiber ??!! Die Gründe für diese fehlerhafte Denkweise von ÖKOTEST können wohl nur daran liegen, dass ÖKOTEST den Investitionsbetrag der Solarkollektoren komplett ausgeblendet und verdrängt hat und die gesamte "Schuld" für die hohen Gesamtwärmekosten nur bei den hohen Energiekosten sucht. Auch denkt ÖKOTEST wohl in fehlerhafter Weise, die Gesamtwärmekosten würden - für sich betrachtet - eine Wirtschaftlichkeit ausweisen. Vielmehr müssten diese Kosten im Verhältnis zum Ertrag gesetzt werden, um eine "wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit" darzustellen. Aber rechnen Sie für sich selbst die Wirtschaftlichkeit einer Solarinvestition auf Basis der Zahlen aus... Im Altbau:
Investition Solarkollektoren = 6.840 Euro (14.820 Euro ./. 7.980 Euro) Energiekostenertrag im Jahr durch Solarkollektoren = 271 Euro (1.076 Euro ./. 1.347 Euro) Wärmekostenerhöhung im Jahr durch Solarkollektoren = 238 Euro (2.276 Euro ./. 2.038 Euro) Im ALTBAU sinkt, lt. ÖKOTEST, der Solarertrag (271 Euro) im Vergleich zum Neubau (302 Euro) bei gleichzeitig höherausgewiesenen solaren Investitionskosten von 6.840 Euro im Vergleich zu 6.200 Euro beim Neubau. Beim "ALTBAU" wird durch ÖKOTEST auf eine Kommentierung der "Gasbrennwerttherme mit Solarkollektoren" auch vollends verzichtet.Wohl aus gutem Grund. Fazit: Auf Basis der Zahlenwerte von ÖKOTEST bringt eine Solarinvestition im NEUBAU lediglich eine Kostenersparnis von 57 Euro/Jahr (302 Euro ./. 245 Euro) und im ALTBAU von 33 Euro/Jahr (271 Euro ./. 238 Euro). Daran dürfte - in Verbindung mit ca. 6.000 Euro Investitionsbetrag - der "Solarunsinn" für jeden Solarinteressenten nachvollziehbar sein. Lesen Sie dazu auch die Dokumentation der Solarerträge, die im April 2010 von der Solarwirtschaft bestätigt worden sind. |




