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UN-RESOLUTION

23
Jun
2010
Wieder solarer Schwindel durch die dpa (Juni 2010) PDF Drucken
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 25. April 2011 um 08:59 Uhr
FrankischerTag_20100620_Stephanie_Hoenig_DPA_mitMarkDiese dpa-Pressemeldung vom 19./20.06.2010 aus Oberfranken macht deutlich, wie subtil die Bevölkerung in Deutschland durch die Deutsche Presse über die solaren Effizienzen getäuscht wird:

Obwohl in diesem Presseartikel vom 19./20.06.2010 von Stephanie Hoenig bereits Ansätze von objektiver Berichterstattung über die korrekte Effizienz von thermischen Solaranlagen zu finden sind, werden doch nachwievor die relevanten SOLAR-Informationen nicht erwähnt bzw. "vergessen".

So finden sich zum Beispiel in dem entscheidenen, einem Satz über die "solare Wärme-Effizienz" zwei begriffliche Fehler. Denn es wird behauptet:

"Übers Jahr gerechnet, lassen sich circa. 60 Prozent des Brauchwassers mittels Solarzellen erwärmen."



Regelmässige und treue SOLARKRITIK.DE - Leser, die die Webseiten von SOLARKRITIK.DE kennen, wissen, daß die beiden unterstrichenen Begriffe (Brauchwasser, Solarzellen) in Verbindung mit thermischen Solaranlagen und in diesem Satzzusammenhang falsch sind.

 Richtig muss der obige Satz lauten:

"Übers Jahr gerechnet, lassen sich circa 60 Prozent des Trinkwassers mittels Solarkollektoren erwärmen."

Wenn anschliessend in diesem dpa-Artikel behauptet wird...:

"Solarsysteme, die zur Unterstützung der Raumheizung genutzt werden, könnten ein Drittel des Gas- und Ölverbrauchs einsparen"...,

so wird der nicht-wissende Solarlaie über folgende Fakten durch Stephanie Hoenig von der dpa im Dunkeln gelassen und es wird verschwiegen:

1. Die Trinkwassererwärmung zum Duschen und Baden, dessen notwendige Wärme durch eine Solaranlage bereitgestellt werden könnte, macht nur einen geringen Teil (ca.10%-20%) am gesamten Heizbedarf in einem 4-Personen-Haushalt aus.
Eine Solaranlage zur Trinkwassererwärmung (4 bis 6qm-Kollektorfläche) erwirtschaftet ca. 2.000 kWh Heizenergie im Jahr, was bei einem Gaspreis von ca. 7 Cent/kWh eine Heizenergiekostenersparnis von ca. 140 bis 160 Euro im Jahr bedeutet. Die oben propagierten "60%" bedeuten effektiv nur eine Heizenergiekostenersparnis von 6% !!

2. Die "60%" aus dem 1. Satz sind nicht additiv zu den "1/3" aus dem 2. Satz zu betrachten bzw. nicht hinzu zuaddieren.

3. In "ein Drittel des Gas- und Ölverbrauchs" sind die oben erwähnten 60%-Ersparnis bei der Trinkwassererwärmung durch eine thermische Solaranlage bereits enthalten.

4. Um die "ein Drittel des Gas- und Ölverbrauchs"-Ersparnis zu realisieren, muss mehr als das Doppelte, im Vergleich zur einfachen solaren Trinkwassererwärmung, durch den Solarkunden investiert werden. Ausserdem sind diese angegebenen prozentualen Ertragswerte von "ein Drittel" bzw. 33,33%  nur bei einem Niedrigenergiehaus mit einem geringen Heizbedarf zu erzielen.

Wenn diese obigen vier Informationen durch die deutsche Presse und Journalisten nicht erwähnt werden, kann der nicht-wissende Solarlaie auch folgenden (fast) korrekten Satz aus dem dpa-Presseartikel vielleicht nicht verstehen:

"Solarthermie-Anlagen in Einfamilienhäusern haben wirtschaftlich betrachtet kein hohes Einparpotential"

Denn eigentlich haben diese Solarthermie-Anlagen innerhalb von 40 Jahren überhaupt kein Kosten-Einsparpotential, was auch von Timo Leukefeld in der Veröffentlichung in "Sonnenenergie, 3-4/2010" letztendlich bestätigt wird.

Auch der folgende letzte Satz in dem dpa-Presseartikel enthält einen Denkfehler, den die Solarwirtschaft immer sehr gerne als "letztes Argument" für eine thermische Solaranlage benutzt:

"(Thermische) Solaranlagen hält Beckmann für sinnvoll, wenn andere Energiesparmassnahmen schon ausgeschöpft sind."

Dieser obige Satz ist deshalb falsch und ist ein Denkfehler, weil sich der absolute Ertrag in kWh, den eine thermische Solaranlage im Jahr liefert, sich nicht durch andere Energieeinspar-Massnahmen ändert. Denn es wäre im Bedarfsfall immer die gleiche Sonne und die gleiche Kollektoranlage, die den Solarertrag liefert bzw. realisiert. Beckmann versucht vielmehr mit diesem Satz in irreführender Weise darzustellen, daß ein geringerer Gesamtwärmebedarf in einem gut-gedämmten Haus der Solaranlage zu einem prozentual besseren Ertrag verhilft, wobei sich aber die absoluten Erträge der Solaranlage in kWh nicht ändern, egal bei welchem Haustyp die Solaranlage eingesetzt wird. Siehe dazu auch SOLARKRITIK03.
Bei einem gutgedämmten Haus mit wenig Heizenergiebedarf nimmt sogar die zeitliche Möglichkeit von der Tendenz her ab, durch eine Solaranlage Heizenenergiekosten zu sparen.

Dank auf diesem Wege an Frank E., der SOLARKRITIK.DE über diesen fehlerhaften dpa-Artikel informiert hat.
 

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