10 May 2011 |
|
Vom 06. bis 15.05.2011 findet zum wiederholten Mal die Kampagne "Woche der Sonne" statt, die insbesondere die Werbung der Solarthermie, die solare Wärmeerzeugung in der Öffentlichkeit betreibt.
Bereits in der Vergangenheit ist SOLARKRITIK.DE diese Kampagne mit irreführenden und fehlerhaften Behauptungen über die Solarthermie aufgefallen. In diesem Jahr konnte für diese Solarwärmekampagne der Solarexperte Timo Leukefeld gewonnen werden, über den SOLARKRITIK.DE bereits auf diesen Webseiten häufiger kritisch berichtet hatte.
Auch für die Kampagne "Woche der Sonne" läßt sich Timo Leukefeld zu zweifelhaften Behauptungen über die Solarthermie hinreissen.
Timo Leukefeld wird die Frage gestellt:
"Kann man seinen Raumwärmebedarf durch Solarenergie abdecken ? Timo Leukefeld antwortet: "Eine gut geplante Solaranlage kann in unseren Breiten über das Jahr gesehen 20 – 30 % der Raumwärme bereitstellen. Mit dem richtigen Heizungskonzept und sehr guter Wärmedämmung sind auch 50 % und mehr solare Deckung für Warmwasser und Heizung möglich."
(Fettmarkierung und Unterstreichung durch SOLARKRITIK.DE) Interessant, wie Timo Leukefeld mit dieser Antwort seinen eigenen Veröffentlichungen widerspricht, in denen er lediglich einen maximalen solaren Ertrag von 23% ausweist (7% bei der solaren Trinkwassererwärmung plus 16% bei der Raumheizung = 23%), und nun für diese Kampagne "Woche der Sonne" "von 50% und mehr solarer Deckung" spricht. Der Trick mit "50% und mehr solarer Deckung" funktioniert wie folgt: Bei einer Haussanierung eines alten Hauses, z.B aus den 1970er-Jahren bezieht man irreführend die komplett erzielten Einsparungen, die zum Großteil durch umfangreiche Sanierungsmassnahmen erzielt worden sind, einzig und allein auf die thermische Solaranlage, obwohl die Einsparungen größtenteils durch z.B. umfangreiche Dämmmaßnahmen, neue Fenster, neue Heizungsanlage erzielt worden sind. Die neue thermische Solaranlage hat also nur einen Bruchteil der Ersparnisse erwirkt, aber die politisierte Propaganda bezieht die Ersparnis in fehlerhafter Weise zu 100% auf die neue thermische Solaranlage, in dem man von z.B einem "solaren Deckungsgrad" von "über 50%" spricht. Die Täuschung besteht also in der Verwendung des Wortes "solar" bei "solarer Deckungsgrad", weil der erwähnte Deckungsgrad nur zu einem Bruchteil (ca. 6% bis max. 22%-Punkte) von der thermischen Solaranlage erzielt wird. So ein Haus wird auf der Webseite "Woche der Sonne" als ein Haus aus Tangstedt dargestellt: ![]() und es wird in fehlerhafter Weise behauptet, der solare Deckungsgrad würde 54% betragen. Denn die Senkung des Heizenergieverbrauchs wird durch die Modernisierung des Heizkessels und wohlmöglich auch mit einer kompletten Haussanierung (Dämmung, neue Fenster) erzielt, was aber nicht erwähnt worden ist. Es wird durch die obige Formulierung " Der solare Deckungsgrad beträgt 54%" in fehlerhafter Weise suggieriert, die erzielte Ersparnis von 1900 Liter Heizöl (3500 auf 1600 Liter) im Jahr wäre zu 100% durch die thermische Solaranlage erzielt worden, was in Wahrheit gar nicht stimmt. Ähnlich irreführend verhält es sich mit diesem Haus in Mainburg: ![]() Bei dieser "Variante" wird ein 20 Jahre altes Haus aus 1991 seltsamer Weise als "Neubau" ausgewiesen. Auch in diesem Beispiel wird über anderweitige Sanierungsmassnahmen nichts erwähnt. Auch wird nicht erwähnt, wieviel m³-Gas in diesem Haus "vorher" benötigt worden ist. Eine weitere Variante der solaren Desinformation stellt das "Einfamilienhaus (Neubau) in Niederbergkirchen" dar: ![]() Bei diesem Haus handelt es sich vermutlich um das von Timo Leukefeld konzipierte Energetikhaus 100, was zur Erzielung der "solaren Deckung von 70%" einen ca. 20.000 Liter-Tank im Inneren des Hauses aufweist, um mit diesem Riesenwasserspeicher die Wärme aus dem Sommer im Winter in der Hauptheizzeit nutzen zu können. Über ein ähnliches Hauskonzept berichtete SOLARKRITIK.DE in VIDEO 018 Leider erfährt man nix darüber, wie hoch der Wartungsaufwand für diesen 20.000-Liter-Tank und dessen Steuerung ist. Eine halbwegs ehrliche Erwähnung eines Haustyps mit solar möglichen Erträgen findet sich bei dem Haus in Marburg: ![]() Aber an diesen Zahlenwerten wird deutlich, daß Timo Leukefeld in seinem Interview für "Woche der Sonne" bei seinen Ertragswerten und Investitionsangaben sehr "gemogelt" hat. Denn um einen - ebenfalls zweifelhaften - solaren Deckungsgrad von 35% zu erzielen, ist ein Speicher von 1000 Liter notwendig und eine Kollektorgröße von 18,2 m². Und bei diesen "35%" wurde dann auch die angebliche Veringerung von "Speicherverlusten" als "Solare Effizienz" deklariert. Die Unehrlichkeit und zweifelhafte Seriösität des Timo Leukefeld wird auch daran deutlich, daß Timo Leukefeld als Mitverantwortlicher der Firma SOLIFER im Jahr 2010 die Irreführungen der Solarwirtschaft im Rahmen einer Veröffentlichung für die "Sächsische Energieagentur" sogar bestätigt hat (SOLARKRITIK 50), nun aber selbst auch wieder bei der "Woche der Sonne" diese solare Irreführung betreibt. Fazit: Lassen Sie sich also nicht täuschen: Die erwähnten solaren Deckungsraten in dieser Kampagne "Woche der Sonne" werden also nicht nur durch die angegeben Solarkollektorfläche erzielt, sondern mit zahlreichen anderen Investitionen, die parallel auch einen weiteren EURO-Investionsaufwand generiert haben, aber der Ersparnis-Erfolg in täuschender und fehlerhafter Weise einzig und allein - durch den Slogan: "Solare Deckung" - auf die thermische Solaranlage bezogen wird. Die Täuschung besteht also darin, daß für Energieeinsparmassnahmen, die nix mit der thermischen Solartechnik zu tun haben, der Begriff "Solare Deckung" verwendet wird. Bereits in SOLARKRITIK12 hatte SOLARKRITIK.DE im Jahr 2005 die korrekten prozentualen Einsparwerte einer Solaranlagen in Kombination mit einer Brennwertanlage thematisiert. Aber beachten Sie auch unbedingt bei der Recherche in SOLARKRITIK12: Die eigentliche solare Effizienz einer thermischen Solaranlage wird durch die gleichzeitige Kombination mit einer Brennwertanlage verschleiert. Diese Schwindel-Varianten sind auch Teil der 30-seitigen Ausarbeitung "Wie die Solarwirtschaft täuscht". *** |









